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Klimaanpassungspraxis

Erfurter Stadtbegrünungskonzept

Allgemeine Informationen

Förderprogramm: BMU
Themenfeld: Bevölkerungsschutz und Gesundheit Grüne Infrastruktur Partizipation, Bildung

Ort/Einrichtung

Kommune: Erfurt
Bundesland: Thüringen

Projektbeschreibung

Mit dem Erfurter Stadtbegrünungskonzept, das diskursiv aus Bürgern, Verwaltung und Politik entwickelt wurde, verfügt die Landeshauptstadt Erfurt über ein stadtteilbezogenes Konzept zur Begrünung der Stadt, das den zukünftigen Anforderungen des Klimawandels besser gewachsen zu sein scheint. Neben den Anforderungen an Hitze- und Trockenheitsresistenz wurde auch die Bedeutung der Invasivität und Allergenität berücksichtigt. Exemplarisch wurde das Konzept im Winter 2020/2021 in der Erfurter Oststadt umgesetzt und 50 klimaresistente Straßenbäume als Ersatzpflanzungen in einem dicht besiedelten Gründerzeitviertel unter Beteiligung von fast einem Dutzend Verwaltungsstellen gepflanzt.

Ziele und Aktivitäten

Motivation/Hintergrund:

sukzessive Anpassung des Stadtgrüns an die sich wandelnden Umweltbedingungen und möglichst dauerhafte resiliente Gestaltung.
 - Fokus: Stadtbäume, da sie aufgrund ihres Grünvolumens bzw. ihrer Blattmasse einen erheblichen Anteil des Stadtgrüns ausmachen und (bis dato) den überwiegenden Teil der Grünelemente in verdichteten städtischen Bereichen darstellen.
- Andere Formen urbaner Begrünung sowie Möglichkeiten zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität werden ebenfalls berücksichtigt (bspw. Dach- und Fassadenbegrünung) - Diversität des Baumbestands
- Berücksichtigung Allergenität und Invasivität

Spezifikation:

Erfurt hat ca. 90.000 Stadtbäume (Baumkataster 2021) und Gesamtfläche: 26.988 ha, davon Wald-/ Grünfläche: 4.422 ha
- Welchen Standortbedingungen sind Bäumen im Allgemeinen ausgesetzt?
- Wie kann eine zielgerichtete Baumauswahl getroffen werden unter folgende Aspekten?
- Hitze- und Trockentoleranz
- Starkregenereignisse
- Kältetoleranz
- Invasivität und Allergenität

Kooperation und Vernetzung:

Bürgschaft, Medien , Wissenschaft arbeiten zusammen 

Erkenntnisse

Projektergebnisse:

-Der Baumbestand muss vielfältiger und stabiler werden: Der Erfurter Baumbestand ist an diese Bedingungen nicht angepasst. Viele Bäume sterben bereits ab oder verlieren sichtbar ihre Vitalität und können ihre Funktionen nicht mehr erfüllen. Die meisten heimischen Baumarten sind in der Stadt nicht ausreichend klimastabil.
- Möglichkeiten zur Reduzierung von Wärmeinseln: Neben Baumpflanzungen rücken auch Dach- und Fassadenbegrünungen in den Fokus. Aber auch die Farbgebung von Straßenbelägen oder Dächern hat einen Einfluss auf die Erwärmung oder Abkühlung. Die Wahl der richtigen Baumart und des richtigen Standorts ist ebenfalls wichtig. Bäume können, wenn sie schlecht platziert sind, auch Kaltluftströme blockieren und so zur Wärmekonzentration beitragen oder sie zumindest nicht merklich verbessern.
- Vorhandenes Grün sichern: Es wird noch einige Jahre dauern, bis der Baumbestand in Erfurt zukunftsfähig umgestaltet ist. Bspw.Hundeurin und Salz sind auf Baumstandorten tabu. Gleichzeitig ist es wichtig, alte Bäume in Planungs- und Bauprojekte zu integrieren. Das gelingt nicht immer. Deshalb muss auch auf einen Ausgleich durch ausreichende Begrünung geachtet werden.